„Mama, durftest du in der Schule wirklich keine langen Haare tragen?“

Schülerinnen und Schüler des Sami-Frasheri Gymnsium auf den Spuren ihrer Schulgeschichte

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„Da habe ich ja Glück gehabt, dass mir am Flughafen in Tirana nicht gegen meinen Willen der Bart rasiert wurde und ich meine Jeans abgeben musste!“ Arber Bajrami, ist erstaunt, was die Schülerinnen und Schüler des Sami-Frasheri-Gymnsiums schon alles über die Diktatur des Enver Hoxha in ihrem Land herausbekommen haben.

 

Der Redakteur bei der Deutschen Welle ist aus Deutschland angereist, um in einem zweitägigen Workshop zum Thema „Mobile Journalism“ den Schülerinnen und Schülern wichtige Techniken für ihre Interviews mit Zeitzeugen zu vermitteln.

Die Videogruppe ist Teil des Projekts „Erinnern für die Gegenwart“, einem Wettbewerb der Deutschen Auslandsschulen und Deutschen-Profil-Schulen, den der Außenminister Heiko Maas ins Leben gerufen hat.

„Das sind unglaublich spannende Fragen“, berichtet Erisa aus der 11.2. Welche Geschichte hat unsere Schule? Wie hat sie sich in unterschiedlichen politischen Kontexten verhalten? Was lässt sich aus der Vergangenheit für heute lernen?

So viel steht schon mal fest: Die Schulgeschichte des Sami-Frasheri Gymnasiums war im Zeichen der Diktatur nicht ganz einfach. „Die damaligen Schülerinnen und Schüler mussten in den Ferien arbeiten, sogar im Straßenbau, ein Wahnsinn!“, Erisa ist fassungslos.

Five Shots heißt: Fünf Einstellungen

Nun muss aber erst einmal gelernt werden, wie man an diese teilweise schwierigen Interviews mit den Zeitzeugen herangeht. Alion, 11.1: „Five Shots bedeutet: Fünf Einstellungen. Wann immer und wo immer wir drehen, sollen wir versuchen, von einer Szene mindestens fünf Einstellungen zu bekommen“. Diese Regel hilft den Schülern gemeinsam mit den fünf journalistischen W-Fragen „Wer“, „Was“, „Wann“, „Wo“, Warum“ immer genug Material für den Schnitt aufzunehmen. Die beiden Referenten, Arber Bajrami von der Deutschen Welle und der Drehbuchautor Alexander Pozza, der das Projekt am Sami-Frasheri-Gymnasium leitet, versuchen in ihrem Workshop alles so praktisch wie möglich zu unterrichten. „Ihr filmt zum Beispiel einen Basketballer? Dann zeigt erstmal die Turnhalle, in der der Spieler ist. (Halbtotale). Dann das Gesicht des Spielers. (Nah oder Groß). Die Hände. (Detail). Den Spieler beim Spielen (Halbnahe). Nicht zu vergessen eine freie Einstellung: Zum Beispiel ein Blick über die Schulter des Spielers, wenn er die Pläne des Trainers studiert.

„Alles nicht so ganz einfach“, stöhnt Eden aus der 12.2. „Bei meinem Filmversuch ist die eine Gesichtshälfte ganz im Schatten“. Doch die beiden Leiter finden auch lobende Wort: „Prima, wie die Schülerinnen und Schüler in so kurzer Zeit ihre Interviewtechnik verbessert haben. Die sind auch richtig kreativ, ich freue mich schon darauf, wenn wir drehen und bin gespannt, welche Zeitzeugen sie finden“, sagt Alexander Pozza.

Mit von der Partie auch die Kulturweitfreiwillige Jana Zeller, die das Projekt am Sami-Frasheri-Gymnasium von Anfang an begleitet hat. „Es macht Spaß Teil von einem weltweiten Projekt zu sein“. Insgesamt 58 Projekte Deutscher Schulen auf der ganzen Welt werden im Schuljahr 2019/2020 gefördert.

Die Deutsche Welle begleitet die Projekte der deutschen Schulen und deutschen Abteilungen auf dem Balkan und bringt auch eine Reportage über das Projekt am „Sami-Frasheri-Gymnasium“. „Interessant zu sehen, wie die Redakteure der Deutschen Welle professionell Interviews führen, mich haben sie auch interviewt, ganz schön spannend“, findet Erisa.

Nach Projektabschluss 2020 werden die besten drei Projekte zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen und von Bundesaußenminister Maas  ausgezeichnet. Die vergnügte Gruppe skandiert im Chor: „Berlin, Berlin, wir wollen nach Berlin“.

Text: Jutta Sieberz-Pozza

 

Ein Kommentar zu „„Mama, durftest du in der Schule wirklich keine langen Haare tragen?““

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